Förderpreisträger 2001:
Heinrich Ostermeyer

Ortsvertrauensmann, Ortsrat, stv. Bürgermeister, Kirchenvorstand

Wer  Heinrich Ostermeyer nicht kannte, kannte Bordenau nicht.  Ein Mann des Dorfes, ein Mann für das Dorf.  Zu finden in allen Bereichen.   „Hat sich um Bordenau verdient gemacht.“

Heinrich Ostermeyer – für die Gemeinschaft immer da

Bordenau (cha). Im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus herrschte am vergangenen Sonnabend wieder einmal beschwingte Stimmung, denn neben der mit Spannung erwarteten Lüftung um das Geheimnis des diesjährigen Förderpreisträgers der 1989 gegründeten Stiftung gab es muntere Melodien zu hören. Den Anfang machten die jungen Schülerinnen von Elfriede Stahmer, welche gleich nach der Begrüßung durch Klaus Kochanek aufspielten. Der Männergesangverein unter Leitung von Gerd Bruns erfreute anschließend mit einem „Die Musik erfüllt die Welt“, aber auch der schmerzlichen Seite des Daseins wurde mit einer Minute des Gedenkens besonders der Terroropfer von New York gedacht.


Elfriede Stahmer spielt mit Wunstorfer Schülerinnen ein Stück für 4 Geigen
Rund 20.000,- DM Kapitalzuwachs kann die Stiftung seit 1989 verbuchen, aber die Geschäfte werden schwieriger, wovor auch die Stiftung nicht verschont bleibt. Neben den finanziellen Förderungsmöglichkeiten durch die Stiftung ist es vor allem das überdurchschnittliche Engagement ihrer Mitglieder, welche das kulturelle Gemeinschaftsleben immer wieder inspiriert. Deshalb wurden die jetzt ausscheidenden Stiftungsmitglieder Helma Menzel sowie die Herren Kienast, Grahle, Stolte und Elze, mit einem sehr herzlichen Applaus und Dankeschön verabschiedet, wobei vor allem mit dem Namen Elze sehr eifriges Stühle- und Tischerücken im Dorfgemeinschaftshaus verbunden bleibt.
Der Männergesangverein erfreut nicht nur die zahlreichen Feste des Dorfes, sondern beschritt im vergangenen Jahr mit dem Kleinen niedersächsischen Theater ganz neue Wege, wie Stiftungsmitglied Annette Messner erläuterte. Es wurden Operettenszenen einstudiert und gemeinsam von Gesangsverein und Theater zum Vortrag gebracht. Damit diese kreative Kombination auch 2002 erfolgreich zusammenarbeiten kann, erhält der Männergesangverein Bordenau Unterstützung aus Stiftungsmitteln, um jetzt Szenen aus dem „Vogelhändler“ einstudieren zu können. Auch das Fanfarencorps unter Leitung von Lothar Kleemann erhält einen Zuwendung zum Erwerb von Instrumenten, welche vor allem die Jugendarbeit stärken sollen.
Die „JuBO“, das Jugendhaus Bordenau wurde ebenfalls bedacht, um die Räumlichkeiten der Alten Schule mit neuen Möbeln ausstatten zu können. Die Wiedereröffnung im Herbst des vergangenen Jahres ist in erster Linie dem Schulfaktotum Theo Weingartner zu verdanken, der sich vehement dafür einsetzte, dass die Jugendlichen „von der Straße“ kommen, wie Harry Piehl als Stiftungsmitglied bei der Geldübergabe an die ehrenamtliche Projektbetreuerin Sabine Münkel berichtete. Dann trat seine Tochter Melanie Piehl ins Rampenlicht, denn sie engagiert sich seit vielen in der Jugendabteilung des Schützenvereins und konnte Mittel für die 36 Mitglieder starke Biathlongruppe entgegennehmen, die sogar einen Teilnehmer der Landesmeisterschaften in ihrer Mitte haben. Und auch Bordenaus literarische Allgegenwart Martin Drebs betrat die Bühne, in diesem Fall Parkett, um aus Heinrich Heines „Deutschland – ein Wintermärchen“ zu zitieren, welches besonders viel Freude bereitete, da Martin Drebs aus Düsseldorf stammt und die Rheinpassagen im Originaldialekt besonders einprägsam vortragen konnte. Am 03. Oktober wird auf Ehlers Hof im Steinweg die große Heine – Lesung stattfinden und auch dafür gab es ein paar „Dukaten“. Französisch blieb es mit musikalischen Zwischentönen von Leclerc, vorgetragen von Elfriede und Hanns Stahmer. Letzterer musiziert nicht nur mit Schwung, sondern ist gemeinsam mit Leni Höyns neues Mitglied des Stiftungsbeirates.
Martin Drebs liest aus ‚Deutschland – Ein Wintermärchen‘ von Heinrich Heine
Klaus Kochanek, Vorsitzender der Stiftung Bordenau, übergibt den Förderpreis an Heinrich Ostermeyer. Die Laudatio hielt Peter-Gottfried Schmidt, bis Juli 2001 Pastor in Bordenau
Schließlich betrat Peter-Gottfried Schmidt die Szene, nicht als ehemaliger Pastor, sondern als lebenslanges Stiftungsmitglied und um mit einer umfangreichen und ergreifenden Laudatio den diesjährigen Förderpreisträger in seinem überdurchschnittlichen und umfangreichen Engagement zu würdigen. Geheimnisvoll begann Schmidts Vortrag bei einer dunklen, regnerischen Nacht des Jahres 1974, als sich die durchweg männlichen Vertreter der Realgemeinde Bordenaus mit „sein oder nicht sein“ auseinander setzen mussten und die Bordenauer Finanzen retteten.
Jagdgenossenschaft, Forstgenossenschaft, Ortsvertrauensmann und 30 Jahre im Kirchenvorstand beschreiben den Förderpreisträger außerdem. Er schaffe immer mit einem charmanten Einstieg gute Stimmung, um dann in der Sache klar und fair zu verhandeln, charakterisierte er ihn weiter. Und schließlich : zur Macht gehört die Pflicht, wie das beispielhafte Engagement von Heinrich Ostermeyer zeigt, wobei der Hof auch schon mal zu kurz kam. Seine Stärke ist die persönliche Begegnung, nicht das Schriftstück lobte Peter Gottfried Schmidt, der sich von Ostermeyers hintergründigem Charme fasziniert zeigte, ohne verschweigen zu wollen, dass die Familie Ostermeyer auch durch sehr, sehr dunkle Stunden gegangen ist.
Eigentlich konnte jeder der Anwesenden eine eigene Geschichte mit Heinrich Ostermeyer ergänzen und der Applaus ebenso wie die 1.000,- DM sind ihm von allen besonders herzlich gegönnt. „Mach Dir einen schönen Tag“ riet 1. Vorsitzender Klaus Kochanek, denn Bordenau ist durch Heinrich Ostermeyer schön.
Text: Patricia Chadde, Fotos: Patricia Chadde (3), Klaus Detering (3)