Gründungsmitglied des Kunstvereins Neustadt am Rbge. Trägerin der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. Eine Vielzahl weiterer Auszeichnungen. Ausstellungen in Deutschland, Holland, Frankreich, Italien in bekannten Galerien. Arbeiten in öffentlichen- und privaten Sammlungen sowie im Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Hannover. Ihr Tafelbild mit Federn hängt im Bordenauer Dorfgemeinschaftshaus.

Durch die in Bordenau lebende Künstlerin,  durch ihr „KÜNSTLERISCHES WERK, ihr PERSÖNLICHES Wirken in und für BORDENAU“ hat  Bordenau über die Ortsgrenzen hinaus einen Namen bekommen.

Das Interview führte Irene Balasch
Fotos: Irene Balasch

Erschienen im Neustädter Blatt am 14.05.09 in der Reihe “Neustädter Künstler”

Ingrid Pawlowski – ein Leben für die Kunst

Bordenau ( lb ) Auf eine fast vierzig Jahre währende Schaffensperiode kann die Bordenauer Künstlerin Ingrid Pawlowski zurückblicken. Geboren und aufgewachsen in Hannover-Linden entdeckte sie schon recht früh ihre Liebe zur Kunst. Sie studierte Malerei und Grafik an der früheren „Werkkunstschule“ in Hannover bei Erich Wegner, einem Mitbegründer der „Neuen Sachlichkeit Hannover“. Im Anschluss daran orientierte sie sich in Richtung Frankreich, wo sie mit ihren Bildern an zahlreichen Ausstellungen beteiligt war. Zu einem Studienaufenthalt war sie in der Villa Massimo in Rom. Nachdem sie in Bordenau eine neue Heimat gefunden hatte, malte sie ihre Bilder zunächst in einer Scheune. Später konnte sie dann das ehemalige Waschhaus zum malen nutzen, und führte dort Kurse für die Volkshochschule durch. Die Künstlerin war auch als Kunstlehrerin an der Stockhausenschule sowie am Gymnasium beschäftigt. Seit 1971 hat sie ihre Arbeiten bei zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. Als Ausstellungsorte sind unter anderem die Galerie Bernheim, Paris oder Sala de Bellas Artes in Madrid zu nennen. Aber auch in Hannover konnte man ihre Werke betrachten. Die kreative Künstlerin hat nicht nur Bilder gemalt, sondern auch Bühnenbilder gestaltet. Zur Eröffnung des Sprengel Museums war sie eine von circa zehn Künstlern, die gebeten wurden, zu diesem Anlass ein Kunstwerk herzustellen. Der Bitte kam sie gern nach und fertigte eine Installation mit dem Titel „Gefüllte Tauben“ an.

Ingrid Pawlowski engagierte sich stets für Kunst. So gründete sie vor 25 Jahren gemeinsam mit Bernd M. Langer, Eugen Sühlo und Gernot Feldmann den Kunstverein, der in diesem Jahr sein Jubiläum begeht. Noch heute ist sie dort Mitglied im Beirat Für ihre Arbeit bekam sie den Förderpreis für Bildende Kunst der Stiftung Bordenau. Eine ganz besondere Auszeichnung erhielt sie im Jahr 2004 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Viele ihrer Arbeiten sind in öffentlichen Sammlungen zu sehen. Beispielhaft sind das Ministerium für Wissenschaft und Kunst Hannover, die Stadtsparkasse Hannover oder das Museum Schloß Fürstenberg zu nennen. Wenn man die zahlreichen Werke der Künstlerin betrachtet, fällt die Vielfältigkeit ihrer Arbeiten auf. Es gibt Bilder, die in Öl gemalt wurden, aber auch Aquarelle oder Radierungen.

Sie hat darüber hinaus zahlreiche Installationen und Skulpturen erschaffen. Es ist Sinnlichkeit, die fast alle ihre Werke ausstrahlen. Weiblichkeit, manchmal sogar Erotik das Thema, mit dem sie sich künstlerisch auseinandersetzt. Spannend ist auch ihre Darstellung von Pflanzen und Blumen. Selbst diese Darstellungen zeigen weibliche Züge. Überhaupt sind ihr die Pflanzen sehr wichtig, für sie bedeuten sie Leben schlechthin. In ihrem Garten sieht man zahlreiche Installationen inmitten von Wasser und Pflanzen und spürt deutlich, dass Ingrid Pawlowski ihre Kunst lebt. So sagt sie selbst:
„Kunst ist mein Leben, ich kann nicht mehr zurück, aber noch nach vorne. Ohne Kunst geht nichts.“
An Ruhestand verschwendet die vielseitige und weltoffene Künstlerin zum Glück keinen Gedanken. Man kann sich darauf freuen, noch recht viel von ihr zu sehen.

"Mezzanotte"
"Orientexpress"
"Du bist mir so sympathisch"

Ingrid Pawlowski, geboren in Hannover, verstorben im Februar 2010 in Bordenau

Studium Malerei und Grafik an der Werkkunstschule Hannover
1985/86 Studienaufenthalt auf Sizilien
Gründungsmitglied Kunstverein Neustadt
1991 Förderpreis für Bildende Kunst der Stiftung Bordenau
2004 Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Seit 1971 Einzelausstellungen und Rauminstallationen  u.a.

Galerie Bernheim Paris,Künstlerhaus Hannover ( mit Prof. Yvonne Georgi Staatstheater )
Bühnenbildnis ” Wer hat Angst vor Virginia Woolf ” Kammerspiele  Hannover,  ” Neue Sinnlichkeit ” Ballhofgalerie Hannover, Schloß Landestrost Neustadt  ” Retrospektive ” Bühnenbildnerische Begleitung ” Frau ohne Schatten ” Staatsoper Hannover ( Intendant Prof.Lehmann )

Beteiligungen Auswahl:

Musee des Gobelins Paris,Kunstverein Hannover,Goethe Institut Rom,Kunsthaus Hamburg, Museum Schloß Zeist, Utrecht /Ndl
Galerie Kühl Hannover, Historisches Museum Hannover, Museum Schloß Fürstenberg,
Palais Palffy Wien, ” Mensch, Maske, Bühne ”
Opernhaus Hannover, Positionen der 90er Jahre Kunstverein Neustadt….

Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen u.a. Ministerium für Wissenschaft und Kunst Hannover, Landeshauptstadt Hannover,  Sammlung des Landkreises Hannover, Arthotek Neustadt, Stadtsparkasse Hannover, Volksbank Obernkirchen, Sammlung Kreissparkasse Hannover, Museum Schloß Fürstenberg, Stadtwerke Neustadt, Stiftung Bordenau ( Tafelbild mit Federn im Dorfgemeinschaftshaus)

Technik/ Thematik:

Malerei  –  Stoff/Holz – Wand/Sockel ” abstrakt ” ( lat. unwirklich, begrifflich, nur gedacht) ( vom Gegenständlichen absehende Kunst ) ( Philos.: allgem.Begriff, Hauptwort, das etwas Nichtgegenständliches benennt z.B. L i e b e  )